Der folgende Text ist aus der Dorfchronik entnommen.



Baden und Schwimmen                                                                      Dorfchronik S. 82f.


 

Zwischen den beiden Weltkriegen und nach dem zweiten Weltkrieg, als selbst die Stadt Verden nur ein Schwimmbad an der Aller unterhielt, welches sich unterhalb der Dekanei in der Nähe des Vereinsheimes des Rudervereins befand, gingen die Luttumer Kinder, Jugendlichen und Erwachsenen auch in der Aller baden und schwimmen. Die Wasserqualität Aller war damals so gut, dass niemand Bedenken wegen etwaiger gesundheitlicher Beeinträchtigungen hatte. Erst als die Belastung des Allerwassers in den Sechzigerjahren immer mehr zunahm, wurde der Badebetrieb aufgegeben.  

 

Die Luttumer Badestelle befand sich am Ufer der Müllerschen Weide etwa 200 m flussaufwärts des jetzigen Schöpfwerks des Wasser- und Bodenverbandes Hohenaverbergen/ Luttum. Sie war circa 70-80 m lang und hatte einen je nach der Wasserhöhe der Aller breiten Strand mit feinem, weißem Sand. Dieser Sand hatte sich Jahrhunderte lang hinter der starken Flusskrümmung auf der rechten Allerseite abgelagert.

 

Wegen der in früheren Jahren schnellen Fließgeschwindigkeit der Aller, die erst durch den Bau der Staustufe in Intschede etwas gebremst wurde, war das Baden und Schwimmen eigentlich nur geübten Schwimmern möglich, und diese warfen aber immer auch ein waches Auge auf weniger Geübte und Kinder. Besonders zu Beginn der Badesaison hatten sich durch wechselnde Strömungen nach den Winterhochwassern im seichteren Teil oft Untiefen gebildet, die Nichtschwimmern gefährlich werden konnten.

 

Am gegenüberliegenden linken Ufer befand sich auch die Badestelle der Ortschaft Ahnebergen, die allerdings keinen Sandstrand wie auf der Luttumer Seite hatte. Im Sommer, besonders in der Erntezeit, nahmen die Erntehelfer nach ihrer schweren und staubigen Arbeit bei der Heu- und Getreideernte ein erfrischendes Bad in der Aller. Oft herrschte auf beiden Seiten der Aller abends bis in die Dämmerung ein lautes und lustiges Treiben und manchmal erschall der Ruf von der Luttumer Seite: „Marschquappen“ und zurück kam dann „Geestbeene“. Versierte Schwimmer von beiden Seiten überquerten die Aller und besuchten sich gegenseitig. Auch die Handballer des SV Eitze, zu denen einige Luttumer gehörten und die auf dem schwarzen Sandplatz (ehemaliger Reitplatz) in Bessern ihre Punktspiele in der Bezirksliga Bremen austrugen, spülten sich den schwarzen Staub bei der Luttumer Badestelle ab.

 

Um überhaupt in der Aller baden und schwimmen zu dürfen, brachten sich viele Luttumer Kinder und Jugendliche das Schwimmen selbst bei. „Neehus Diek“ war dafür bestens geeignet. Der Teich lag und liegt heute noch im Flurstück 74 „Kohlhöfe“, etwa 200 Meter rechter Hand des Feldweges von Luttum nach Eitze. Der Teich ist flach und hat im vorderen Teil eine Wassertiefe zwischen einem halben und einem Meter, vor dem Überlauf in einen Graben etwa eineinhalb Meter. Er wird aus mehreren Quellen gespeist und hat somit eine sehr gute Wasserqualität. In den Monaten Mai und Juni wimmelt es besonders am Uferrand von Kaulquappen („Piedelpörge“). In der Mitte des Teiches befindet sich eine Insel. Damals standen am Rand und auf der Insel hohe Birken und Erlen und der Teich war für die Luttumer frei zugänglich, heute ist er privat verpachtet und das Grundstück ist eingezäunt. Als das Baden wegen zunehmender Wasserverschmutzung der Aller unmöglich wurde, badete man ab Ende der Fünfzigerjahre in der Mergelkuhle unweit der Straße „Vor den Schüttenbrüchen“. Auch hier war die Wasserqualität sehr gut, aber die Kuhle hat auch im Hochsommer sehr kühles Wasser, welches sich nur an der Oberfläche bis zur Wassertiefe von circa einem Meter durch Sonneneinstrahlung erwärmt.



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