Der folgende Text ist aus der Dorfchronik entnommen.



Erntefest                                                                                        Dorfchronik S. 201-203


 

Das Erntefest, früher auch „Erntebier“ genannt, ist eines der ältesten Dorfgemeinschaftsfeste, das wir bei uns auf dem Lande kennen. Die erste Erwähnung findet es um 1891 in der Luttumer Schulchronik von Lehrer Thiele. Es kann jedoch davon ausgegangen werden, dass der Brauch schon aus frühester Zeit stammt. Es soll für die Ernte gedankt und die Freude nach der getanen Erntearbeit zum Ausdruck gebracht werden.

 

Früher wurde durch das Los entschieden, welches junge Mädchen und welche junge Mann das Erntegedicht aufsagen musste. Dabei wurde zwischen sämtlichem „jungen Volk“ im Dorf gelost, hierzu gehörten auch die Mädchen und Jungen, die auf den Höfen in Stellung waren.

 

Ein paar Tage vor dem Fest wurde die Erntekrone von den Jugendlichen gebunden, die am Festtage zu Fuß bei der Erntebraut abgeholt wurde. Vor dem Hause des Mädchens forderte der Junge, der von Musikanten und der Dorfbevölkerung begleitet wurde, mit einem Gedicht die Erntekrone heraus. Anschließend ging es zu der jeweiligen Gastwirtschaft, in der der Ernteball stattfinden sollte. Dort sprach die Erntebraut das Erntegebet und eröffnete dann mit ihrem Erntebräutigam und dem Kranz in der Hand das Tanzvergnügen.

 

Bis auf die Kriegsjahre wurde wohl durchgehend das Erntefest gefeiert. Selbst 1939 wurde noch gefeiert, als schon Mobilmachung war. Nach dem zweiten Weltkrieg begann man 1946 bei Anna Hellwinkel (Nr. 10) auf der Diele wieder mit dem Fest und führte es bis 1962 in der alten Form weiter. Danach fanden sich bis auf 1967 keine jungen Leute mehr, die das Erntegedicht aufsagen wollten, sodass abends nur noch ein Ernteball stattfand.

 

Im Jahre 1971 übernahm dann die Freiwillige Feuerwehr die Hauptorganisation des Erntefestes und ließ es neu aufleben. Im ersten Jahr ging die Feuerwehr in Uniform hinter der Krone her. 1972 wurden schon die ersten Wagen für die Musik und die Feuerwehr geschmückt. Und es folgten nach und nach immer mehr geschmückte Wagen mit den unterschiedlichsten Themendarstellungen und von den verschiedensten Gruppen und Gruppierungen. Seit dieser Zeit wird mit den bunt geschmückten Wagen auch ein Umzug durch das ganze Dorf veranstaltet.

 

Da die Beteiligung wieder nachließ, wurde 1995 beschlossen, das Erntefest nicht mehr bei Gastwirt Helmke im Landhaus Luttum zu feiern, sondern in einem großen Zelt auf dem neuen Dorfplatz. Dort wird jetzt nach dem Abholen der Erntekrone und dem Umzug frischer Butterkuchen im Backhaus gebacken, werden alte Kinderspiele veranstaltet und alte Trecker und Landmaschinen zur Schau gestellt, bevor das Fest mit dem großen Ernteball ausklingt.


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